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Pressemitteilung vom 07.01.2009

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Wettbewerb Drachenfelsplateau - Bauarbeiten im Naturschutzgebiet

Königswinter, 7.1.2009: Im Haus Bachem wurde am 6. Januar die Ausstellung der Wettbewerbsbeiträge für die Neugestaltung des Drachenfelsplateaus eröffnet. Damit ist nun auch der Startschuss für eine öffentliche Diskussion der Entwürfe gegeben. Im besonderen Fokus werden dabei die beiden ersten Preise der berliner Büros LOIDL/ WESSENDORF sowie WES UND PARTNER / SCHULTES, FRANK stehen, die beide zumindest den Abbruch des Betongebäudes aus den 1970er Jahren empfehlen. Darüber hinaus gehen die Entwurfsverfassen jedoch unterschiedliche Wege.

Die Arbeit der Büros Liodl / Wessendorf erhält, wie in der Ausschreibung gefordert, das zweite, denkmalgeschützte Gebäude aus den 1930er-Jahren und erweitert und öffnet es nach Süden. Die Wege zur Ruine nehmen Rücksicht auf die traditionelle und geplante Außenbewirtung und verlaufen in einem weiten Bogen um das Gebäude zum eigentlichen Aufstieg zur Ruine. Sie wirken übersichtlich und sind, soweit möglich, behindertengerecht. Der Entwurf bewahrt den Naturraum zwischen dem Gebäude und der Burgruine.

Dagegen empfehlen die Büros Wes / Schultes, Frank zur maximalen Stärkung der Burgruine den Abriss aller als Konkurrenz zur Ruine empfundenen Gebäude auf dem Plateau, um dieses nach der Idee einer insgesamt erweiterten Burganlage neu zu fassen. Die geforderten Gastronomieräume kommen in einem Flachbau unter, dessen Dach als großräumige rechteckige 'Freifläche' definiert wird. Diese wiederum eignet sich für sehr publikumsstarke Outdoorveranstaltungen und Events aller Art. Bäume sind dort nicht vorgesehen. Im Gegenteil, es bleibt zu befürchten, dass auch weitere Bäume am Hang unterhalb der Burgruine weichen müssten, um den direkten Blick vom neuen Platz aus zur Ruine zu gewährleisten.
Auffällig sind abstrakte, kreisförmige Treppen und in die Bergsubstanz eingreifende Sitzanlagen, die als Freilufttheater nutzbar sind, die aber keinen besonderen Bezug zum konkreten Ort aufweisen. Trotz der großen Dach- bzw. Freifläche wirkt der Entwurf daher im Detail eher unklar und verwirrend.

Aus Sicht des BUND stellen die Büros WES und Schulte die historischen und naturschutzfachlichen Vorgaben zu rigoros in Frage. Sie gewinnen vor allem einen großen, leeren Platz für eigenständige Außenveranstaltungen mitten im Naturschutzgebiet. Hier zeichnen sich schon in der räumlichen Anlage zukünftige Konflikte ab. Auch läuft die auf den ersten Blick modernere Gestaltung Gefahr, in der Bewertung späterer Generationen nicht mehr voll zu überzeugen. Scheitert die aus Sicht des BUND mit den Naturschutzzielen des Gebietes unvereinbare Eventnutzung, dürfte schon bald der Ruf nach einer neuerlichen Umgestaltung laut werden.



Statt dessen findet die Planung Loidl/ Wessendorf mit der baulichen Erweiterung des 1930er- Jahre-Gebäudes einen unübersehbaren Abschluss, der zugleich die traditionelle Nutzung des Plateaus als Ausflugsort für die breite Bevölkerung in den Mittelpunkt stellt. Allerdings lassen sich die großen Fensterflächen sowie die gläsernen Balustraden nicht mit dem Schutz der Vögel in Naturschutzgebiet vereinbaren. Auch könnte die gastronomische Nutzung zugunsten von frei verfügbaren Sitzmöglichkeiten noch zurückhaltender angelegt werden.

Beiden Preisträgern wurden Änderungswünsche seitens der Jury mitgegeben. Dabei sollten auch Aspekte der alternativen Energieversorgung, der Baustoffauswahl und eines naturverträglichen Bauablaufes weiter ausgearbeitet werden. Insgesamt, so der BUND, sollten die Fragen der Naturverträglichkeit bei diesem 'Leuchtturmprojekt', das inmitten eines Naturschutzgebietes, eines Fauna-Flora-Habitat-Schutzgebietes und in einem Nationalpark in spe entwickelt werden soll, eine entscheidende Rolle spielen.

V.i.S.d.P.
BUND Rhein-Sieg-Kreis
Achim Baumgartner
Steinkreuzstraße 14
53757 Sankt Augustin
Tel.: 02241 2007566


Zwei erste Preise gingen an die Büros

Atelier Loidl, Berlin/ Jörg Wessendorf, Berlin

und

WES und Partner mit Hans-Herrmann Krafft, Berlin/ Schultes Frank Architekten, Berlin

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